The elf on the shelf

Letztes Jahr um diese Zeit erzählte mir eine aus Kanada stammende Mutter aus unserer Kita von ihrem "elf on the shelf" - übersetzt "Elfe auf dem Regal". 

"The elf on the shelf" ist eine Riesensache in den USA und Kanada, die man inzwischen bei fast allen Familien findet, die das Weihnachtsfest feiern. 

 

 

Die Idee dazu stammt von einer Mutter und ihrer Tochter.

Es handelt sich um eine Kombination aus einem Bilderbuch und einer kleinen Weihnachtswichtelpuppe (in den USA sagt man Weihnachtselfe), deren Geschichte das Buch in gereimten Versen erzählt. Die geht ungefähr so:

 

Jedes Jahr schickt der Weihnachtsmann all seine kleinen Wichtel aus, um zu schauen, was die Kinder so treiben und was sie sich zu Weihnachten wünschen. Jeder Wichtel ist für eine Familie zuständig. Jede Nacht, wenn die Kinder schlafen, fliegt der Wichtel zurück zum Nordpol, um dem Weihnachtsmann Bericht zu erstatten und ist am nächsten morgen zurück - jedoch taucht er immer an einem neuen Ort in der Wohnung oder im Haus wieder auf. Außerdem macht er für sein Leben gern Unfug. 

Damit der Wichtel bei der Familie bleiben kann, müssen die Kinder ihm einen Namen geben. Sie dürfen ihm ihre Weihnachtswünsche zuflüstern oder ihm einen Wunschzettel mitgeben. Berühren dürfen sie ihn allerdings unter keinen Umständen, da er sonst seine Zauberkraft verliert, zum Nordpol heimkehren muss und nie mehr zurück kommen darf.

 

Soweit die Geschichte. Die Wichtelpuppe taucht also am 1.Dezember zusammen mit dem Buch auf und wird von da an bis zum 24.12.  jeden Abend, wenn die Kinder im Bett sind, an einem neuen Ort platziert. Morgens suchen die Kinder den kleinen Wichtel und erwischen ihn jedes mal bei neuem Unfug, zum Beispiel hat er alle Kekse aufgefuttert oder mit Zahnpasta ein Gesicht an den Badezimmerspiegel gemalt oder die Zahnbürsten versteckt oder alle Schuhe an den Schnürsenkeln zusammen gebunden usw.

Auf Pinterest findet man unzählige Posts dazu.

 

 

Das Ganze ist also eine Art Spiel, das man mit seinen Kindern in den Wochen vor Weihnachten spielt.

Ich war hin und weg von dieser ganzen Sache. Ich liebe die Vorweihnachtszeit und errinere mich noch gut daran, wie mein Vater damals von der Arbeit nach Hause kam und mir mit geheimnisvoller Stimme erzählte, dass er glaube, zwei Wichtel auf dem Giebel unseres Hausdachs gesehen zu haben, die ganz schnell entwischt waren, als sie ihn entdeckten. 

Oder wie meine Mutter immer noch mal in die Stadt fahren musste, um sich mit dem Weihnachtsmann zu treffen und dann mit leuchtenden Augen wiederkam und unseren neugierigen Fragen immer mit "ich darf leider nichts verraten, aber ich glaube, ihr könnt euch schon freuen!" begegnete.

 

Kurz, ich und wollte auch umbedingt einen "Elf on the shelf" für meine Kinder haben. Nach kurzer Suche stellte ich fest, dass es keine deutsche Version des Buches gab und - noch schlimmer - mir die Wichtelpuppen, die mit dem Buch kamen, überhaupt nicht gefielen.

Ich nähte also selbst eine Wichtelpuppe und schrieb eine eigene gedichtete Kurzversion des englischen Buches (das ich ja nie gelesen hatte).

Inzwischen war es schon zwei Wochen vor Weihnachten und ich hängte den kleinen Wichtel als er fertig war mit dem zusammengerollten Gedicht unterm Arm an unseren Adventskalender. 

 

Mein ältester Sohn war dem Wichtelalter zu dieser Zeit schon entwachsen, aber meine Tochter und mein jüngster Sohn waren vollkommen fasziniert. 

Meine Tochter sprach von nichts anderem mehr und war fest davon überzeugt, dass er lebendig war und nur tagsüber unbewegt sitzen blieb. Morgens sprang sie aus dem Bett und suchte ihn und nach der Kita schaute sie als erstes nach, ob er sich noch dort befand. Manchmal hatte ich ihn weggenommen und dann rätselte sie für den Rest des Tages fieberhaft, wo er sein könnte und was er wohl gerade tat. Ihr größter Wunsch war, ihn mit in den Kindergarten zu nehmen, aber es war ja verboten, ihn zu berühren.

Aus diesem Grund hatte er es sich eines morgens in einem Aufbewahrungsglas für Müsli bequem gemacht und einen Zettel in den Händen, dass er heute mit in die Kita kommen wollte. 

Kurz - es war ein Riesenerfolg und machte uns soviel Freude, dass wir dieses Jahr ganz sicher wieder den kleinen Wichtel zu Besuch haben werden.

 

Falls ihr nun auch einen "Elf in the shelf" haben möchtet, könnt ihr das Schnittmuster herunter laden - den Download-Button findet ihr am Ende des Posts.

Wie bei meinen Puppen-Ebooks "Baby Carly" und "Juno" werden die Beine und Arme ohne Nahtzugabe direkt auf den Trikotstoff gemalt, während Rumpf, Kopf und diesmal auch Fußsohlen mit Nahtzugabe ausgeschnitten und dann verarbeitet werden.

Die Kleider habe ich ihm direkt auf den Leib geschneidert, dafür gibt es daher leider keinen fertigen Schnitt. 

 

Viel Freude und bis bald,

Joanna

 

Download
Wichtel-Schnittmuster
Wichtel Schnittuster.pdf
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Kommentare: 5
  • #1

    Bettina (Montag, 19 November 2018 21:10)

    Vielen Dank für diese schöne Geschichte. Und das tolle Schnittmuster. Der Wichtel wird gleich nachgearbeitet. Ich liebe Weihnachten und die Geschichten . lg Bettina

  • #2

    Lina (Montag, 19 November 2018 22:19)

    Vielen lieben Dank! Das ist eine wundervolle Idee !!! Und dein Elf ist wirklich viiiiel schöner als der aus dem Buch...

  • #3

    Joanna (Dienstag, 20 November 2018 16:00)

    Das freut mich, vielen lieben Dank!!!
    @Bettina: Schick doch mal ein Foto von deinem Wichtel, das würde mich freuen!

    Ganz liebe Grüße
    Joanna

  • #4

    Frau Göllner (Montag, 26 November 2018 09:12)

    Wie schöööön!
    Schade, dass ich das bis zum 1.12. wohl nicht mehr schaffe ... Vielleicht nächstes Jahr :-)
    Dein Wichtel gefällt mir auch um Längen besser als die Plastikversion, käme für mich auch nur so in Frage!

  • #5

    Joanna (Montag, 26 November 2018)

    Ich habe den Wichtel letztes Jahr auch erst Mitte Dezember fertig bekommen, aber das hat gereicht. Es ist auch zugegeben etwas anstrengend, sich jeden Tag einen neuen Ort und neuen Unfug für ihn auszudenken - mal schauen, was mir dieses Jahr so einfällt (:

    Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Joanna