Puppenhaar

Ich werde oft gefragt, wie ich die Haare meiner Puppen mache,  deshalb gebe ich euch hier heute eine kleine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten, Puppenhaar zu gestalten und meine Erfahrungen damit. 

Grundsätzlich ist die Gestaltung der Haare für mich - zusammen mit der Gestaltung des Gesichts - das Schönste am ganzen Prozess des Puppenmachens. Die Art der Haare, die Frisur und auch die Farbe tragen maßgeblich zum Charakter der Puppe bei. Von daher lohnt es sich, einfach vieles auszuprobieren und zu experimentieren. 

Wolle

Die klassische Waldorfpuppe, von der meine Puppen ja quasi "abstammen", hat Haar aus Wolle. Geeignet ist eigentlich jede Art von gesponnener Wolle - dick oder dünn, glatt oder flauschig, ganz nach Geschmack. Ich verwende für meine Puppenfrisuren aus Wolle grundsätzlich Mohairwolle, weil sie den Puppen ein besonders natürliches Aussehen verleiht. Eine große Auswahl verschiedener Wollarten findet ihr bei idee oder bei Wollknoll. Bei Wollknoll gibt's auch Puppengarn, also Mohairwolle, die explizit für Puppenhaar geeignet ist.

Die Wolle kann direkt auf den Kopf gestickt werden. Dazu bestimmt man einen Scheitel und setzt von da aus dichte Stiche quer durch den Kopf.

Wer mag, kann am Haaransatz die Wollenden länger hängen lassen, so dass eine Frisur entsteht. Die Frisur ist dann aber natürlich permanent, das heißt, die Puppe kann nicht frisiert und gekämmt werden. Aus diesem Grund eignet sich diese Art Haare vor allem für jüngere Kinder zwischen 0 und 3 Jahren. Kinder in diesem Alter haben meist weder das Interesse noch die motorischen Fähigkeiten zum Kämmen und Frisieren, die Haare können nicht verfilzen und

bleiben so lange schön.

Knüpf-Perücken

Aus Wolle lassen sich jedoch auch wunderbar frisierbare Puppenhaare herstellen, und zwar in Form einer Knüpf-Perücke.

Dazu häkelt man ein Käppchen aus Wolle, das den Hinterkopf etwa bis zum Haaransatz bedeckt und wie eine Mütze eng am Kopf anliegt. Nachdem das Käppchen rundherum festgenäht ist, kann man Wollsträhnen einknüpfen. Ich schneide mir dafür ein Stück Pappe in der gewünschten Haarlänge zurecht und wickle die Wolle vom Knäuel auf die Pappe. Anschließend schneide ich die Wolle entlang der unteren Pappkante auf, so dass ich die Pappe entfernen kann und ganz viele gleichlange Strähnen erhalte. Nun ziehe ich Strähne für Strähne mit der Mitte zuerst in die Häkelmaschen meines Käppchens ein und befestige sie, in dem ich die Enden durch die Schlaufen ziehe. Dabei kann man entweder spiralförmig vom Scheitelpunkt ausgehend vorgehen oder aber von einem Mitte- oder Seitenscheitel. Genau erkläre ich die Methode in meinem Ebook Juno.

Wichtig ist, dass man die Strähnen dicht genug setzt, da Wolle - vor allem Mohairwolle - mit der Zeit sehr an Volumen verliert und die Haare dann zu fisselig und dünn werden, auch wenn sie am Anfang noch dicht und schön wirkten. 

Flauschperücken

Schließlich gibt es noch eine weitere Methode, Perücken aus Wolle herzustellen, und zwar die Flauschtechnik. Diese Art von Puppenhaar lässt sich ausschließlich aus Mohairwolle fertigen. Dabei sollte man Wolle mit einem besonders hohen Gehalt an Mohair verwenden, mindestens 70%. 

Bei der Flauschtechnik wird genau wie bei der Knüpf-Perücke ein Käppchen gehäkelt, allerdings zieht man beim Häkeln vor jeder neuen Masche die Härchen, die vom Hauptstrang abstehen, nach hinten weg. Wenn man das Häkeln bereits beherrscht, ist diese Technik ganz leicht zu erlernen - allerdings ist sie auch sehr zeitaufwendig. Eine Flauschperücke braucht fast doppelt soviel Zeit wie ein herkömmliches Käppchen. Ich erkläre die Technik in einem Video-Tutorial auf YouTube. 

Diese Art Puppenhaar sieht besonders natürlich aus und eignet sich gut für Babypuppen, da die feine und fusselige Haarstruktur sehr dem typischen Babyflaum ähnelt. Wichtig ist, dass man es regelmäßig vorsichtig ausbürstet, da es sonst zum Verfilzen neigt.

Die schönste Mohairwolle ist meiner Meinung nach die von DollyMo - sie nennt sich "chunky", was soviel wie dick, klobig oder klotzig bedeutet. DollyMo gibt's in viel mehr Farben als die Mohairwolle bei Wollknoll und obwohl ich finde, sie hat weniger feine Haare, so werden die Perücken doch voluminöser - sie macht Ihrem Namen also alle Ehre (:

Mohairplüsch

Bei Mohairplüsch handelt es sich um einen Webpelz, der vor allem für Teddys und andere Kuscheltiere verwendet wird. Auch auf einem Puppenkopf wirkt er etwas pelzig, bzw. verleiht der Puppe ein wenig die Anmutung eines Trolls. Der große Vorteil von Mohairplüsch besteht in der Verarbeitungszeit, denn während das Häkeln von Perückenkäppchen doch einige Stunden in Anspruch nimmt, kann man aus Mohairplüsch ruckzuck eine Kappe nähen, denn er lässt sich wie Stoff verarbeiten. Die Kappe wird dann entlang des Rands nach innen umgeschlagen und rundherum am Kopf festgenäht - fertig. Mohairplüsch bekommt ihr zum Beispiel hier.

Tibetlammfell

Tibetlammfell ist - wie der Name schon sagt - das Fell vom Tibetlamm und besteht somit aus Leder. Tibetlammfell sieht wunderschön aus: Die Haare sind seidig und leicht gelockt, sie lassen sich wunderbar frisieren - ähnlich wie menschliches Haar - und es gibt Tibetlammfell in vielen Farben. Die Verarbeitung ist ähnlich wie beim Mohairplüsch: Das Leder wird zugeschnitten und zu einem Käppchen vernäht. Allerdings ist das Annähen am Kopf ausgesprochen mühsam, da man mit der Handnähnadel durch zwei Schichten Leder durch muss, und das in vielen, engen Stichen, schließlich soll die Perücke ja lange halten.

Abgesehen davon ist es für mich persönlich ethisch nicht vertretbar, das ein Lamm sterben muss, um ein Kinderspielzeug anzufertigen. 

Ich habe mich daher bewusst entschieden, dieses Material nicht mehr zu verarbeiten. Ich habe es einmal ausprobiert und zwei Puppen daraus gefertigt, aber das werden sicher die einzigen bleiben. Natürlich stellt sich auch bei der Haar- und Stopfwolle für die Puppen die Frage der Ethik. Diesem Thema werde ich zeitnah einen eigenen Post widmen.

Mohairtressen

Puppenhaar aus Mohairtressen gibt es schon sehr lang. Ich erinnere mich, dass die wertvollen Porzellanpuppen meine Oma, die sie sammelte und mit denen wir als Kinder ohne Einschränkung spielen durften, Perücken aus spiralförmig aufgeklebten Haaren hatten, die sehr echt aussahen. Das waren Mohairtressen. In der Stoffpuppen-macherei ist die Verwendung von Mohair-tressen ein eher neuerer Trend, der sich vor allem in Amerika und Russland schon weitaus mehr durchgesetzt hat als in Deutschland. 

Für die Herstellung einer Tressenperücke näht man ein Käppchen aus Stoff (ich verwende Puppentrikot) und steppt dann spiralförmig die Tresse darauf fest. Ich erkläre die Methode anhand von Fotos ebenfalls in meinem Ebook Juno.

Die Haare sind relativ fest, sie lassen sich frisieren, wenn auch nicht so frei wie bei einer Tibetlammfell- oder einer Knüpfperücke.

Ich persönlich mag Stoffpuppen mit Mohairtressen-Haaren sehr gern. Ich finde, sie wirken noch lebendiger und mein persönlicher Ehrgeiz beim Puppenmachen besteht darin, sie so realistisch und lebensecht wie möglich zu machen. Ich weiß wohl, dass das Lichtjahre entfernt ist von der ursprünglichen Waldorfidee. Aber das Puppenmachen steht für mich persönlich nicht mit der Waldorfpädagogik in Verbindung. Doch das ist Stoff für einen ganz neuen Post...

Das Käppchen wird dann wieder am Kopf festgenäht, genau wie bei den anderen Methoden zuvor.

 

Mohairtressen gibt es in allen Haarfarben, in glatt, gewellt und lockig. Ihr bekommt sie in verschiedenen Shops auf etsy oder auch bei mohairwig. Die meisten Anbieter sitzen in den USA, was bedeutet, dass ihr in der Regel zum Zollamt fahren müsst, um eure Sendung abzuholen und noch mal Zoll obendrauf zahlt. Inzwischen gibt es auf etsy auch Anbieter aus Russland, allerdings habe ich da noch nicht bestellt und kann nichts über die Lieferzeiten sagen.

Es gibt noch einige weitere Arten von Puppenhaar, zum Beispiel Tressen aus Kamelhaar. Man kann natürlich auch eine fertige Modal-Perücke in der passenden Größe kaufen, geeignet zum Beispiel für eine vegane oder eine antiallergene Puppe. Wenn ihr eine ganz andere Methode kennt, die ich hier nicht erwähnt habe, so freue ich mich, wenn ihr über die Kommentarfunk-tion darüber berichtet. 

In meinem nächsten Post zum Thema "Material"  wird es hier um verschiedene Puppentrikots und ihre Vor-und Nachteile gehen. Bis dahin...

 

...liebe Grüße

Joanna

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Kommentare: 27
  • #1

    Elena (Donnerstag, 26 Januar 2017 13:52)

    Hallo,

    kann man die Haare aus Mohairtressen eigentlich auch waschen?

    Liebe Grüße
    Elena

  • #2

    Joanna (Dienstag, 07 Februar 2017 08:25)

    Liebe Elena,

    ja, Mohairtressen sind menschlichem Haar sehr ähnlich, sie können - und sollten - auch gewaschen werden. Da sie aber nicht nachfetten und daher zur Trockenheit neigen, empfehle ich statt eines Shampoos einen ölhaltigen Conditioner zu verwenden. Insbesondere lockige Mohairtressen können mit der Zeit ziemlich strubbelig und zerzaust aussehen. Wenn sie mit ölhaltigem Conditioner gespült werden und danach an der Luft trocknen, werden sie wieder wunderbar weich und lockig.

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #3

    Khaleesi (Dienstag, 14 Februar 2017 20:53)

    Hallo Joanna,
    Vielen Dank für diese unglaublich liebevoll gestaltete Homepage! Ich bin auch gerade ganz begeistert dabei Baby Carly nachzunähen. Ein tolles EBook!
    Im Internet habe ich eine Anleitung gesehen, bei der die Mohairtressen in die Flauschparücke eingehäkelt werden. Hast du das schon mal ausprobiert? Oder es mit Absicht gelassen? Ich würde mich üner eine Rückmeldung freuen❤

  • #4

    Joanna (Dienstag, 14 Februar 2017 21:03)

    Liebe Khaleesi,

    ich freue mich, dass dir meine Seite und mein Ebook gefällt, lieben Dank für die nette Rückmeldung! Eine Methode bei der Mohairtressen in eine Flauschperücke eingehäkelt werden, kenne ich bisher noch nicht. Das Aufnähen der Mohairtressen auf ein Stoff-Käppchen ist eigentlich viel weniger zeitintensiv als das Häkeln einer Perücke, aber es würde mich sehr interessieren, wie das funktioniert - hast du vielleicht einen Link?

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #5

    Khaleesi (Mittwoch, 15 Februar 2017 14:12)

    Hallo Joanna,
    Ich finde es unter folgendem Link ganz gut beschrieben. Sammydolls hat noch ein Video auf deutsch dazu gemacht aber mit der gleichen Idee.
    Ich würde mich gern mal ranwagen und euch dann berichten allerdings finde ich die Beschaffung der Tressen sehr schwierig. Wie lang meinst du müssten die Tressen sein? Nicht, dass ich welche aus Amerika bestelle und dann sind sie zu kurz.
    Seit heute habe ich übrigens auch dein Ebook zu Wickelbody und Hose und finde es schon jetzt sehr schön!
    Liebste Grüße

    http://fairywooldolls.blogspot.de/2013/10/mohair-weft-tutorial.html

  • #6

    Khaleesi (Freitag, 17 Februar 2017 11:04)

    Hallo liebe Joanna,
    Hier habe ich einen Link zu zwei Tutorials eines zeigt das nähen der Tressen und das darunter zeigt wie sie in die Flauschparücke einhäkelt.
    Liebste Grüße

    http://fairywooldolls.blogspot.de/search/label/Tutorials

  • #7

    Joanna (Freitag, 17 Februar 2017 11:21)

    Liebe Khaleesi,

    vielen Dank für die Links. Die Häkelmethode ist wirklich toll, weil die Perücke dadurch so natürlich wirkt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Haare sich noch besser frisieren lassen, als wenn die Tressen aufgenäht sind, weil sie flexibler am Kopf sitzen. Was die Länge angeht, so brauche ich zbs. für eine 45cm große Puppe mit ca. 34cm Kopfumfang 4,5 meter an Tressen. Allerdings kann es sein, dass du beim Einhäkeln sogar noch etwas mehr verbrauchst. Bei etsy gibt es inzwischen auch Tressen aus Russland zu kaufen. Der Versand ist doppelt so schnell und du musst nicht zum Zollamt fahren um das Paket abzuholen und noch extra Zoll drauf zahlen wie bei den Sendungen aus den USA - es lohnt sich also. Bin gespannt auf dein Ergebnis!

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #8

    Susanne Schweizer (Montag, 18 September 2017 14:24)

    Hallo, ich suche verzweifelt nach Mohair Tresse. Habt ihr einen genauen Link? Vielen Dank

  • #9

    Joanna (Dienstag, 19 September 2017 10:12)

    Liebe Susanne,

    auf etsy gibt es zahlreiche Angebote, das Stichwort ist "mohair weft"!

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #10

    Mirjam (Donnerstag, 30 August 2018 20:49)

    Liebe Joanna,
    mir gefallen deine Puppen sehr! Ganz besonders die Haargestaltung!
    Zu deinen Bedenken bzgl. des Tibetlammfells... Sicher starb kein Lamm nur dafür, dass du das Fell für deine Puppen verwenden konntest. Eher starb das Lamm, um eine chinesische Familie durch den Verkauf des Fells zu ernähren und sicher ist auch das Fleisch ein willkomme Ergänzung des Speiseplans bzw. ein weiteres Produkt, dass deren Lebensunterhalt sichert. Übrigens ist es in jeder Tierzucht, die sich um die Erhaltung einer Tierart bemüht, notwendig, Tiere zu schlachten: Zum einen, um Auslese zu betreiben (kranke und schwächliche Tiere sollten nicht weiter eingekreuzt werden), zum anderen wird so die Tierhaltung und die Weiterzüchtung finanziert! In Europa sind sehr viele Nutztierrassen vom Aussterben bedroht, weil die Erzeugnisse der Tierzucht (Fleisch, Wolle, Pelz) nicht mehr gekauft werden... Ist das ethisch?

  • #11

    Joanna (Donnerstag, 30 August 2018 22:22)

    Liebe Mirjam,

    das mag so sein, aber es lässt sich natürlich schwer nachvollziehen, woher die Felle kommen und unter welchen Bedingungen das Tier gestorben ist. Von daher möchte ich einfach darauf verzichten, aber das ist natürlich meine persönliche Entscheidung. Ich freue mich aber sehr, dass dir meine Puppen gefallen!

    Danke & liebe Grüße
    Joanna

  • #12

    Vanessa (Freitag, 14 Februar 2020 22:03)

    Eine tolle Übersicht hast du da gemacht... vielen Dank!!!

    Ich wüsste total gern, wie ich so ein "Käppchen" aus Teddyplüsch nähen kann. Ich habe keine Vorstellung davon wo die Nähte am sinnvollsten wären... kannst du mir weiterhelfen?

    Liebe Grüße!

  • #13

    Joanna (Freitag, 14 Februar 2020 23:55)

    Liebe Vanesse,


    der Schnitt entspricht etwa dem einer Badekappe, also einen Mittelstreifen und zwei Seitenteile. Der Rand des Käppchens wird dann nach innen eingeschlagen.

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #14

    Vanessa (Samstag, 15 Februar 2020 19:35)

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

  • #15

    Nadja (Montag, 17 Februar 2020 07:50)

    Liebe Joanna,
    Da du viel über Mohair blogst aber auch sehr verantwortungsbewusst gegenüber deiner Umwelt bist wollte ich dich darauf aufmerksam machen daß die Gewinnung von Mohair mit Tierquälerei verbunden ist. Es lohnt sich sicher hier ein bisschen zu recherchieren, um zu wissen was man da empfiehlt/ kauft.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß und Erfolg

  • #16

    Joanna (Freitag, 21 Februar 2020 10:19)

    Liebe Nadja,

    danke für deine Nachricht - du hast absolut recht. Ich beziehe meine Wolle von Wollknoll, dass ist ein Familienbetrieb, der Wolle und andere Handarbeits-Materialien online vertreibt. Ich habe von Frau Fritz folgende Informationen zu den Produktionsbedingungen der Wolle erhalten:

    "(...)Die Stopfwolle kommt hier aus der Region. Von kleinen Schafherden aus unserer Gegend und wird in unserem Hause kardiert.
    Das Mohair kommt aus Peru. Dies würde in dieser Feinheit nicht in Deutschland möglich sein. Wir arbeiten seit Jahrzenten mit den selben Farmern und auch Herstellern zusammen und ich weiß, dass die Tiere art- und tiergerecht gehalten werden. Es gibt hierfür leider keine Zertifikate. Diese Zertifikate sind sehr sehr teuer und dann müsste das Puppenhaar doppelt so teuer werden, nur wegen des Zertifikates. Nur art- und tiergerechte gehaltene Tiere haben eine gute Wollqualität und andere Qualitäten kaufen wir nicht ein.
    Das Mohairgarn wird in Deutschland versponnen und auch eingefärbt. Wir haben seit Januar auch das neue EN 71-3 Zertifikat.(...)"

    Was Mohairtressen angeht, so habe ich sie bereits aus meinem Online-Shop Programm genommen, weil es keine genauen Herkunftsinformationen gibt.
    Ich werde mich dem Thema Nachhaltigkeit beim Puppenmachen in meinem Blog wie geplant widmen, allerdings bin ich aktuell in Babypause und auch der Blog pausiert bis Ende des Jahres. Wenn du Fragen oder Anregungen dazu hast, schreib mir aber gern.

    Liebe Grüße
    Joanna

  • #17

    Linda Felkel (Mittwoch, 27 Januar 2021 00:08)

    Warum Mohairwolle für Puppenhaare?
    BITTE informiere Euch doch woher diese Wolle stammt.

  • #18

    Joanna (Mittwoch, 27 Januar 2021 07:56)

    Liebe Linda,

    die Mohairwolle, die ich für meine Puppen verwende, stammt von kleinen Farmbetrieben aus Peru. Ich beziehe sie über den Online-Versand Wollknoll. Sonja, die Inhaberin, kennt die Mohairfarmen und garantiert für eine artegerechte Haltung. Du kannst sie selbst gern dazu kontaktieren, wenn dich das Thema interessiert: info@wollknoll.de

    Ganz liebe Grüße
    Joanna

  • #19

    Claire (Mittwoch, 21 September 2022 11:42)

    Ich bedanke mich sehr für diese informativen Gedanken....
    Jedoch möchte ich, als Urenkelin einer Puppenmacherin Anno 1905 anmerken, dass ich Ihrem Satz:
    "...auch wenn die Waldorfpuppe der Grundstein der Stoffpuppenmacherei ist...."
    eindeutig wiedersprechen muss, und dies obgleich ich selbst eine Waldorfschule besuchte.
    Stoffpuppen, auch mit Schafwolle gefüllt und Wollhaaren, gab es schon lange vor Waldorf ;)
    Sie waren noch vor den Holz-, Pappiermasche- und keramischen Puppen.
    Bereits vor hunderten Jahren aus grobem/feinerem Leinen oder Rupfen, mit Gliedern und aufgestickten oder gemalten Gesicht.

    Von daher ist unser Hobby bzw Beruf ein jahrhunderte altes Handwerk und Tradition.
    Und dies finde ich wunderbar und erhaltenswert.
    Sie bringen dahin gehend wieder viele Menschen zurück zu diesem Handwerk.
    Vielen Dank, C.W.

  • #20

    Joanna (Mittwoch, 21 September 2022 12:03)

    Liebe Claire,

    ja, da hast du natürlich absolut recht! Puppen aus allen möglichen Materialien gibt es natürlich vermutlich schon genauso lange wie es Menschen gibt. Ich meinte eigentlich, dass die Waldorfpuppe heute wohl die bekannteste Stoffpuppe ist und die meisten menschen bei dem Begriff "Stoffpuppe" an eine solche denken.
    Ich danke dir für deinen Einwand und korrigiere diesen Satz gleich mal (;

    Alles Liebe
    Joanna

  • #21

    Marie (Freitag, 03 Februar 2023 14:55)

    Hallo Joanna,
    größte Bewunderung für deine herausragende Arbeit! Ich lese schon lange in deinem Blog, bewundere, lass mich inspirieren und suche auch nützliche Tipps :)
    Ich habe das erste Mal Tressen aus Wensleydalelocken genäht. Sie sind eingefärbt mit türkisem Farbverlauf. Nicht nur wegen des Farbverlaufs kam mir im Nachhinein die Frage: wie frisiere/schneide ich diese Locken wenn ich sie erst auf der Perücke habe? Meist ist es ja im Nacken etwas zu lang. Sollte man das vorher überlegen und die andere Seite der Haare kürzen? Der Verlauf und die Spitzen wären ja sonst ganz verschnitten? Ich hoffe du verstehst, was ich meine :D
    Liebe Grüße
    Marie

  • #22

    Joanna (Montag, 06 Februar 2023 09:54)

    Liebe Marie,

    vielen lieben Dank für das Kompliment, darüber freue ich mich sehr (:
    Ich habe noch nie Haare mit Farbverlauf verwendet, von daher kann ich nur mutmaßen. Aber in der Regel schneidet man ja die unteren Haarschichten, nicht das Deckhaar (es sei denn, es soll ein Bob oder ein Kurzhaarschnitt werden). Das heißt, der Farbverlauf bleibt optisch erhalten, wenn die obere Haarschicht nicht allzu sehr eingekürzt wird.
    Aber ehrlich gesagt, müsste ich es selbst ausprobieren, um dir dazu einen guten Rat geben zu können. Ich würde mich freuen, wenn du mal berichtest, wie du es gelöst hast!

    Alles Liebe
    Joanna

  • #23

    Marie (Donnerstag, 09 Februar 2023 21:10)

    Liebe Joanna, vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort!
    Diese Art Farbverlauf ist wohl auch ein etwas anderer Stil � ich dachte du hättest möglicherweise Erfahrung „einfach“ mit dem Schneiden von Spitzen, ich finde sie sehen aus als dürften sie nicht angefasst werden. Gut möglich, es fällt es nicht weiter auf, wenn ich, wie du schreibst, nur die unteren Schichten kürze. Ich werde berichten :)

  • #24

    Marie (Donnerstag, 09 Februar 2023 21:16)

    *mit dem Schneiden von Spitzen von Haaren von Wensleydalelocken meine ich natürlich :D

  • #25

    Joanna (Freitag, 10 Februar 2023 09:07)

    Liebe Marie,

    ja, da hast du recht, die schöne Struktur der Locken geht verloren, wenn man sie unten abschneidet. Deshalb versuche ich die Tressen immer so lang zu machen, wie ich das Deckhaar haben will, so dass ich die oberste Schicht dann nicht kürzen muss. Bei den untersten Schichten ließe es sich nur umgehen, wenn du die Tressen stückchenweise an den Kopf anpasst, während du sie anfertigst. Viiieel Arbeit, aber nicht unmöglich ;D .
    Bin gespannt, wie es wird!

    Alles Liebe
    Joanna

  • #26

    Marie (Freitag, 17 Februar 2023 12:11)

    Alles unnötige Sorgen :) habe gerade die Tressen ohne irgendwelche Veränderungen aufgenäht. Es kam ein gigantisches Volumen dabei heraus und die Stufen passen richtig gut dazu, sodass ich gar nichts geschnitten habe :D hat total Spaß gemacht mit diesem Fluff <3

  • #27

    Joanna (Montag, 20 Februar 2023 11:16)

    Na, das ist doch super (:
    Vieles muss man eben einfach Ausprobieren!

    Alles Liebe
    Joanna