Erfolgreich selbstständig Arbeiten

Nach den Ferien fällt es mir immer schwer, wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen.

Da ich in meiner Arbeit absolut frei bin, fehlt mir anfangs oft die Struktur.

Ich neige dann dazu, mich mit lauter unwichtigen Dingen zu beschäftigen und herumzupuzzeln - ich drücke mich quasi davor, richtig loszulegen.

Früher ging das oft tagelang so und ich wurde immer frustrierter, weil ich irgendwie nicht weiter kam.

Inzwischen habe ich gelernt, wie ich mit mir selbst umgehen muss, um effizient und zielstrebig zu arbeiten - doch nach den Ferien brauche ich noch immer ein, zwei Tage Anlaufzeit.

 

Für alle, denen dieses Problem nicht fremd ist, die bereits selbstständig sind ohne richtig voran zu kommen oder die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen mit der Puppenmacherei oder einem anderen Werk, habe ich heute mal aufgeschrieben, welche Methoden ich nutze, um erfolgreich selbstständig zu arbeiten.

Am Ende des Posts findet ihr dazu auch einen Buchtipp.

 

Meine Story

 

Bereits während meines Studiums - genau genommen im vorletzten Semester - machte ich mich selbstständig und gründete yayapan. Und zwar mit einem einzigen Produkt, nämlich einer Puckdecke für Neugeborene.  Die Idee dazu kam mir, weil ich gerade schwanger war mit meinem ersten Sohn, Carl.

 

Damals - vor inzwischen bald neun Jahren - gab es außer mir nur einen einzigen weiteren Anbieter dieser Art Puckdecken in Deutschland. Das Pucken war in den USA bereits ein Riesen-Trend, hier steckte es jedoch noch in den Kinderschuhen. Heute findet man Puckdecken bei jedem Babyausstatter, bei Ebay, Amazon & co.. Es gibt sie in allen Ausführungen.

Man müsste also meinen, es wäre ein Leichtes gewesen, mein Produkt zu verkaufen - als Pionierin in einem wachsenden, riesigen Markt. Meine Puckdecken waren aus tollen Stoffen von hervorragender Qualität, ich ließ sie in Ungarn in einer GOTS-zertifizierten Näherei anfertigen. Die Margen (Gewinnspannen) waren gut.

Und doch hatte ich keinen Erfolg. 

Mir fehlte etwas. Etwas, ohne das kein Unternehmer jemals erfolgreich sein kann. Etwas, das die Quintessenz des Vorankommens ist, sozusagen der Schlüssel zum Erfolg:

Fokus.

 

 

Ziele definieren

Um ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen - und sei es auch nur ein kleines - ist es essenziell wichtig, fokussiert zu sein. Natürlich genauso entscheidend ist, den Fokus auf die richtigen Ziele zu setzen.

Was möchte ich erreichen? Möchte ich an meiner Nähmaschine sitzen und schöne Dinge produzieren? Möchte ich davon leben können, schöne Dinge zu produzieren? Oder möchte ich eine Produktion und einen Vertrieb aufbauen, Mitarbeiter beschäftigen? Möchte ich Marktführer werden?

Wenn ich letzteres möchte, genügt es nämlich bei Weitem nicht, ersteres zu tun.

Die nächste Frage lautet also: Welche Schritte muss ich gehen, um mein Ziel zu erreichen?

Das klingt logisch, ist aber nicht selbstverständlich. Die meisten Menschen setzen sich keine Ziele. Ein klares Ziel zu formulieren ist sehr wichtig, um effektiv zu sein.

 

Ich setze mich daher zu Beginn eines neuen Jahres hin und mache eine Jahresplanung. Ich überlege genau, was ich in diesem Jahr erreichen will - sowohl beruflich als auch persönlich.

Ein berufliches Ziel von 2017 ist zum Beispiel, ein neues Ebook mit dem Thema "Modellieren von Puppengesichtern" zu produzieren und zu veröffentlichen. 

Meine persönlichen Ziele dienen der Weiterentwicklung und der Verbesserung des Zusammenlebens. Ich überlege mir zum Beispiel jedes Jahr eine Emotion, die ich besonders schulen möchte. 2017 ist das meine Empathiefähigkeit. Ich halte mich bereits für einen emphatischen Menschen, doch ich möchte den Fokus darauf legen, noch besser zuzuhören und zu verstehen, was anderen Menschen bewegt und wie ich Ihnen helfen kann, Ihrerseits weiterzukommen.

Ein weiteres persönliches Ziel für 2017 ist zum Beispiel, jedes Wochenende im Wechsel mit einem meiner Kinder ein Gericht aus einem anderen Land zu kochen, wobei das Kind das Land aussuchen darf und wir dann gemeinsam nach einem typischen Gericht suchen. Einzige Regel ist, dass die Länder sich nicht wiederholen dürfen.

 

Einen Zeitrahmen setzen

Wenn ich meine Ziele festgelegt habe, erstelle ich einen Zeitplan. In dem Zeitplan sind meine Ziele aufgelistet, warum ich dieses Ziel erreichen möchte (welchem Zweck dient es), wie ich es erreiche (welche Methode wende ich an, welche Ressourcen benötige ich ggf.) und bis wann ich es erreicht haben möchte. Manche Dinge, wie zum Beispiel das Üben von Empathie, haben natürlich keine Deadline, sondern bedürfen der täglichen Praxis. Das Ebook "Gesichter modellieren" wiederum, möchte ich bis April fertig geschrieben haben.

Dieser Zeitplan ist flexibel, im Laufe des Jahres überdenke ich ihn immer wieder, passe ihn an und strukturiere ihn teilweise um, aber er hilft mir enorm, mich zu organisieren und Dinge zu Ende zu bringen.

 

Wochen- und Tagesziele festlegen

Für mich ist es ausgesprochen hilfreich, wenn ich morgens schon weiß, was ich an diesem Tag zu tun habe und was ich erreichen möchte. Ich überlege mir deshalb bereits in der Vorwoche, spätestens am Sonntag, welches das Ziel oder die Ziele für die nächste Woche sind und breche sie dann runter auf Tagesziele. Zum Beispiel nehme ich mir vor, das Outfit für die Puppe zu nähen, die ich in der Vorwoche fertig gestellt habe, Fotos zu machen für ein Puppenstrümpfe-Tutorial, das ich in der kommenden Woche in meinem Blog veröffentlichen will, den Lagerbestand aufzufüllen (Prüfen & Materialnachbestellen), und - das bleibt jede Woche gleich -  einen Blogartikel zu verfassen. 

Dann überlege ich mir, was ich davon an welchem Wochentag erledige. AM Montag weiß ich dann ganz genau: Heute nähe ich das Tunika-Kleid und die Unterwäsche für die Puppe Polly, morgen Boots und Jacke. Mittwoch mache ich die Fotos usw. 

Ich kann so morgens nach meiner Morgenroutine gleich loslegen, verzettele mich nicht und weiß anschließend, was ich geschafft habe.

 

Tägliche Praxis 

Meiner Erfahrung nach, genügt das allein jedoch noch nicht.

Da ich drei Kinder - zwei im Kindergarten- und eins im Schulalter - habe, die abwechselnd mal krank sind, Ferien und andere Veranstaltungen haben, gehören Unterbrechungen meines Zeitplans quasi dazu. 

Die einzige Methode, den Fokus auf meine Ziele trotzdem dauerhaft aufrecht zu erhalten ist, sich diese täglich vor Augen zu halten. Ich nutze dafür Affirmationen und eine tägliche Routine, von der ich möglichst nie abweiche und die mir hilft, strukturiert in den Tag zu starten.

Nachdem meine Kinder in der Schule und im Kindergarten sind mache ich 30 Minuten Sport, meditiere 20 Minuten und mache dann 10 Minuten lang Affirmationen. Affirmationen dienen dazu, das Unterbewusstsein dahingehend zu beeinflussen, dass es die eigenen Ziele unterstützt anstelle sie durch Zweifel zu untergraben. Mehr dazu findet ihr zum Beispiel hier oder hier. Anschließend frühstücke ich und beginne mit meiner Arbeit.

Für mich hat sich diese Routine als sehr hilfreich erwiesen. 

 

Allen die noch tiefer in das Thema des effektiven Arbeitens einsteigen möchten, empfehle ich das Buch Die 7 Wege der Effektivität von Stephen Corvey. Es ist definitiv das beste Buch zum Thema persönliche und berufliche Entwicklung, das ich bisher gelesen habe.

Inspirierende und motivierende Inhalte zu diesem Thema hat auch der Podcast von Matthew Mockridge. Ihr findet ihn bei iTunes oder auch bei Spotify. Ich höre ihn gern während des Nähens.

 

Bis bald,

Joanna

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