Tutorial: Zehen nähen bei Puppenfüßen

Heute zeige ich euch wie bei Puppenfüßen die Zehen abnäht. Das ist eigentlich schnell gemacht und hat eine große Wirkung. Ihr braucht dazu reißfestes Garn, am besten Nylbond von Coats, das ich auch zum Nähen aller Puppenteile verwende und empfehle.

Und so geht's:

Markiere als erstes die Zehenzwischenräume mit vier Stecknadeln. Für den großen Zeh sollte ein etwas breiteres Stück, für den kleinen ein etwas schmaleres abgesteckt werden - die Abstände zwischen den drei mittleren Zehen sind in etwa gleich breit.

Beginne dann am großen Zeh, indem du mit der Nadel von der Fußsohle aus nach oben hin durch den Fuß stichst...

...einen 2 mm breiten Stich setzt und die Nadel wieder zurück zur Fußsohle führst.

Mach jetzt an der Sohle einen straffen Knoten, so dass auf dem Fußspann ein deutliches Grübchen entsteht. 

Nun nähst du einen Überwendstich, also einmal außen um die Fußkante herum und stichst von oben wieder in das Grübchen ein. Dann führst du die

Nadel schräg hinüber zu dem Punkt, wo die Spitze der zweiten Stecknadel durch die Fußsohle kommt.

Nähe hier wieder ein Grübchen, diesmal ohne einen Knoten zu machen (einfach nur fest ziehen). - dann folgt der nächste Überwendstich wie beim ersten Zeh.

Auf diese Weise werden nach und nach alle Zehen herausgearbeitet. Zum Schluss wird der Faden wieder durch die Fußspitze zum anfänglichen Fadenende zurück geführt und mit diesem mehrfach verknotet. 

Fädele die Fadenenden dann auf deine Puppennadel, stich vom Knotenpunkt zur Ferse hin durch den Fuß, zieh den Knoten vorsichtig ins Fußinnere, so dass er von außen nicht mehr sichtbar ist und schneide den Faden ab.

Fertig! Genauso mit dem zweiten Fuß (:

Viel Freude beim Nachnähen und bis bald,

 

Joanna

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Tutorial Puppenunterwäsche Teil 2: Nähen des Hemdchens

Diese Woche folgt nun der zweite Teil des Unterwäsche-Tutorials. 

Den Schnitt für beide Teile des Sets hatte ich euch bereits letzte Woche hochgeladen, ihr findet ihn hier.

Ihr könnt den Schnitt einfach ausdrucken - achtet dabei darauf, dass ihr bei der Größe in den Druckereinstellungen auf 100% geht.

Eine Nahtzugabe von 0,5cm ist bereits enthalten und muss also nicht mehr angefügt werden. 

Und so geht's:

 

Lege deine Schnittteile für VT und RT auf den Stoff und beachte dabei den eingezeichneten Fadenlauf. Schneide dann zu.

Lege dann VT und RT rechts auf rechts aufeinander - fixiere sie, wenn du möchtest, mit Stecknadeln - und schließe die Seitennähte.

Versäubere dann die Stoffkanten der Seitennähte mit der Overlockmaschine oder dem Zickzack-Stich deiner Nähmaschine.

Wende das Teil nun auf rechts.

Lege dann das elastische Spitzenband mit der glatten Kante rechts auf rechts an die obere Stoffkante des Teils und schneide es jeweils an den beiden Spitzen am VT ab. Fixiere das Band mit Stecknadeln und steppe es dann mit einem elastischen Stich fest. Am besten eignet sich dafür dieses Stichbild: ^---^---^. Du kannst aber auch einen einfachen Zickzackstich verwenden.

Falte das Spitzenband nun nach innen um und steppe es noch einmal im elastischen Stich entlang der Kante fest, so dass nur noch die Spitze herausschaut.

Schneide die beiden Spitzen am VT dann jeweils flach ab.

Nähe nun auf die gleiche Weise das elastische Spitzenband an der Kante des Mittelstücks zwischen den beiden Spitzen fest. Lass dabei auf beiden Seiten 10- 15cm des Bands überstehen für die Träger.

Schlage das Band nun wieder nach innen um und steppe es noch einmal entlang der Kante fest. Vernähe sorgfältig an den beiden Spitzenenden.

Mach jetzt eine Anprobe an deiner Puppe und markiere die Stelle, an der die Träger am RT festgenäht werden müssen, so dass sie stramm sitzen, das Hemdchen sich aber noch gut an- und ausziehen lässt.

Ich fixiere die Träger immer mittig, leicht über Kreuz, aber du kannst sie auch links und rechts der hinteren Mitte fixieren. Zieh das Hemdchen dann wieder aus und nähe die Träger an der markierten Stelle gut fest.

Nun fehlt nur noch der Saum. Wieder wird das Spitzenband rechts auf rechts und Kante auf Kante fixiert und im elastischen Stich festgesteppt.

Die Enden des Spitzenbands lasse ich überstehen...

...und nähe sie dann mit einem engen Zickzackstich zusammen.

Nun wird das Band wieder nach innen umgeschlagen und noch einmal entlang der Kante abgesteppt.

Fertig!

Viel Spaß beim Nachnähen & alles Liebe!

 

bis bald,

Joanna

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Tutorial: Puppenunterwäsche Teil 1: Nähen einer Puppenunterhose

Dieses Unterwäsche-Set ist Teil des Outfits der Puppe Peony, an deren Ebook ich gerade mit Hochtouren arbeite.

Vorweg gibt's jetzt schon mal ein gratis Tutorial mit Schnittmustern zum Herunterladen. 

Das Unterwäsche-Set passt 45cm großen, eher zierlichen Puppen. Für eine etwas kräftigere Puppe würde ich 0,5cm an den Seiten zugeben oder einfach Feinripp-Jersey (Bündchenware) verwenden, der so dehnbar ist, dass er sich ohne Probleme an den Rumpfumfang anpasst.

Diese Woche zeige ich euch wie man die Unterhose näht, nächste Woche gibt's dann die Anleitung für das Unterhemd.

Die Schnittmuster für beides könnt ihr euch hier herunterladen und ausdrucken. Wichtig: Achtet bei den Druckereinstellungen darauf, dass ihr bei einer Größe von 100% druckt.

 

Du benötigst:

 

• ein ca. 20x20cm großes Stück Jersey

• ca. 1m elastische Spitzenborte oder einfach elastisches Einfassband

• passendes Nähgarn

 

Und so geht's:

 

Schneide das Schnittmuster für die Unterhose aus - eine Nahtzugabe von 0,5cm ist bereits inbegriffen.

Nun falte deinen Jersey einmal entlang des Fadenlaufs, also vertikal zum Verlauf der Weblinie. Lege das Schnittteil genau an die Kante des Stoffbruchs und schneide zu.

Lege nun das elastische Spitzenband auf die rechte Stoffseite des Jerseys und zwar mit der glatten Kante genau an die Stoffkante des Beinausschnitts.

Steppe das Band jetzt entlang der Kante mit einem elastischen Nähstich fest. Am besten eignet sich hierfür dieses Stichbild: ^---^---^---^. Du kannst aber auch einfach den normalen Zickzackstich verwenden. Zieh beim Nähen das Spitzenband leicht straff, so dass hinterher eine leichte Raffelung im Jersey entsteht.

Das ganze sollte jetzt so ausschauen.

Verfahre dann genauso mit dem zweiten Beinausschnitt.

Nun wird das Spitzenband nach innen geklappt - so dass man von der rechten Stoffseite aus nur noch die Spitze hervorschauen sieht - und wieder entlang der umgeklappten Kanten mit einem elastischen Nähstich abgesteppt.

Lege nun die Seitennähte links auf links aufeinander und fixiere sie mit Stecknadeln.

Schließe die Seitennähte dann und versäubere sie an der Overlockmaschine oder mit dem Zickzackstich an der Nähmaschine.

Wenn du mit der Overlock versäubert hast: Fädele den Restfaden in eine etwas gröbere Nähnadel ein, geh mit der Nadel durch die oberen Stiche der Overlocknaht zurück und zieh den Restfaden dort hindurch, schneide ihn dann ab.

Nimm nun mit dem restlichen Spitzenband den Bauchumfang deiner Puppe maß - das Spitzenband sollte dabei etwas straff gezogen werden, damit die Unterhose später auch fest sitzt und nicht herunterrutscht. Stecke die Bandenden mit einer Stecknadel zusammen.

Und nähe sie links auf links zusammen.

Fixere nun das Gummi rechts auf rechts mit der glatten Kante nach oben an dem Unterhosensaum.

Und steppe es wieder mit dem elastischen Stich entlang der Kante rundherum fest.

Klappe das Spitzenband wieder nach innen um und nähe noch einmal rundherum entlang der Kante im elastischen Stich.

 

Fertig!

 

Nächste Woche gibt's dann Teil 2, bis dahin viel Freude beim Nachnähen und alles Liebe,

Joanna

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Samtkäppchen-Tutorial

Heute zeige ich euch wie man ganz einfach & schnell ein Samtkäppchen zum Binden für Babypuppen nähen kann.

Ich habe dafür Pannesamt als Oberstoff und Feinrippjersey als Futter verwendet, natürlich kann man es auch aus anderen dehnbaren Stoffen wie Nicky, Interlock oder Sweat machen.

Das Schnittmuster findet ihr hier. Es enthält noch keine Nahtzugaben, die also unbedingt anfügen. Dieser Schnitt ist für Puppen mit einem Kopfumfang von ca. 32cm (+/- 1cm) geeignet, wenn eure Puppe einen größeren oder kleineren Kopfumfang hat, könnt ihr das Schnittmuster einfach entsprechend größer oder kleiner ausdrucken (wie ihr das berechnet, erkläre ich unten). 

 

Du benötigst:

• ein ca. 30cm x 30cm Stück dehnbaren Oberstoff (zBsp. Nicky, Interlock oder Sweat)

• ein ca. 30cm x 30cm Stück Jersey als Futter

• ca. 1 m elastisches Schrägband zum Einfassen

• passendes Nähgarn


 

Schnittgröße für einen anderen Kopfumfang berechnen:

Wenn der Kopfumfang eurer Puppe größer oder kleiner als 32cm ist, könnt ihr den Schnitt gleich in der entsprechenden Größe ausdrucken. Dafür müsst ihr ausrechnen, wieviel Prozent euer Kopfumfang (KU) größer oder kleiner als 32cm ist.

Dazu teilt man 32 durch 100 und probiert dann aus mit welcher Prozentzahl man malnehmen muss, um auf den gewünschten KU zu kommen.

 

Also

32cm : 100 = 0,32cm  

Und

0,32cm x 100(Prozent) = 32cm(gewünschter KU)

 

BEISPIELE:

Für einen KU von 40cm:

0,32cm x 125 = 40cm

 

oder für einen KU von 24cm:

0,32cm x 75 = 24cm

 

D.h. um den Schnitt in der passenden Größe für einen Puppenkopf mit 40cm Umfang zu erhalten, müsst ihr ihn bei 125% ausdrucken (das könnt ihr bei den Druckereinstellungen einstellen). Für einen KU von 24cm müsst ihr ihn bei 75% ausdrucken. 


Und so geht's:

 

Druck dir den Schnitt in der passenden Größe aus und füge rundherum Nahtzugaben an (außer an den mit 'Schrägband' gekennzeichneten Kanten).

 

Schneide die Seitenteile je zweimal aus Ober- und zweimal aus Futterstoff zu, das Mittelteil je einmal. 

Stecke nun die rund gewölbte Kante eines Seitenteils an der Längsseite des Mittelteils rechts auf rechts fest. Achte dabei darauf, dass die auf dem Schnitt mit 1 gekennzeichnete Ecke des Seitenteils auch an der mit 1 gekennzeichneten Ecke des Mittelteils liegt.

Nähe beide Teile zusammen und verfahre anschließend genauso mit dem zweiten Seitenteil.

Nähe auch die Futterteile auf die gleiche Weise zusammen.

Lege nun das Futterteil links auf links in das Oberteil ein und stecke die Ränder Kante auf Kante zusammen. 

Steppe Futter und Oberstoff jetzt einmal rundherum knappkantig zusammen. So ist es leichter, die Kanten in Schrägband einzufassen ohne dass sie herausrutschen.

Stecke das Schrägband um die Kante fest. Beginne dabei an dem (auf dem Schnitt hellgrün eingezeichneten) Knips in der Mitte der 'Ohrenklappe' und fixiere es zunächst nur vorne herum bis zum Knips der zweiten Ohrenklappe

Schneide das Schrägband dann ab. Nur der vordere Rand des Käppchens ist jetzt eingefasst.

Steppe das Schrägband fest. 

Stecke nun das Schrägband entlang der hinteren Kante bis zu den Ohrenklappen fest, so dass die Enden des vornherum vernähten Schrägbands mit eingefasst sind. Lass an jeder Seite 22cm Schrägband überstehen.

Falte die beiden Enden des Schrägbands rechts auf rechts und fixiere sie mit je einer Nadel.

Nähe einmal quer darüber  und schneide die Stoffkanten knapp zurück.

Wende sie nun auf rechts.

Nähe jetzt vom einen Ende des Schrägbands bis zum anderen.

Das Käppchen ist fertig!

 

Viel Freude beim Nachnähen & bis bald,

Joanna

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Tutorial: Wickeljacke in drei Größen

Heute zeige ich euch, wie man eine einfache & schnelle Puppen-Wickeljacke näht. 

Meistens verwende ich für diese Jacke elastisches Schrägband - dann ist sie in 25 Minuten fertiggenäht.

In diesem Tutorial schneide ich Schrägband aus Jerseystoff zu - das dauert dann natürlich ein wenig länger. 

 

Die Schnittmuster könnt ihr hier herunterladen.

 

Die Schnittmuster sind in drei Größen verfügbar und sowohl auf die Babypuppe Carly als auch auf die Puppe Juno zugeschnitten.

Da die Puppen aber unterschiedliche Proportionen haben, passt einer 40cm großen Carly-Puppe dieselbe Kleidergröße wie einer 45cm großen Juno-Puppe.

Die Schnitteile sind deshalb mit Doppelgrößen beschriftet, zbsp. „Puppe Juno 45cm/Puppe Carly 40cm“. 

Wenn du die Kleidung für eine andere Puppe nähen möchtest, empfehle ich dir vorab die Maße mit der Maßtabelle abzugleichen und ggf. anzupassen. 

Die Schnitte können einfach ausgedruckt werden. Damit du sie in der exakten Größe erhältst, befindet sich auf jeder Seite ein Kontroll-Kästchen, dass genau 2x2 cm groß sein sollte.


Für die Wickeljacke benötigst du:

 

• Sweat- oder Jersey in folgender Menge:

    35 cm (Carly/40 cm (Juno): 40 x 40 cm 

    40 cm (Carly)/ 45 cm (Juno): 45 cm x 45 cm

    45 cm (Carly)/ 50 cm (Juno):  50 cm x 50 cm

 

• ca. 90/100/110 cm Schrägband, kann auch selbstzugeschnitten werden  

  aus Jersey

 

• passendes Nähgarn


Die Nahtzugabe ist im Schnitt noch nicht inbegriffen. Füge daher an allen Kanten 0,5cm Nahtzugabe hinzu. Ausgenommen sind die blau schraffierten, mit „Schrägband“ beschrifteten Kanten (sie werden mit Schrägband eingefasst), sowie die orange gezackten, mit „Overlocknaht“ beschrifteten Kanten (sie werden nur versäubert) - nur an diesen Kanten musst du keine Nahtzugabe anfügen.

Die Schnitteile sind alle beschriftet. 

 

Auf allen Schnittteilen ist der Fadenlauf in rot eingezeichnet. Achte immer darauf, dass der Fadenlauf parallel zum Kettfaden des Stoffes liegt.


 

Und so geht's:

 

Schneide nun alle Teile für die Wickeljacke zu. Denk daran, die Nahtzugabe an allen Kanten anzufügen, die nicht gekennzeichnet sind (Erklärung s.o.).

Stecke nun die Ärmel an das RT, so dass die Raglankanten aufeinander liegen.

Schließe die Nähte auf beiden Seiten und versäubere sie.

Stecke nun die beiden VTs auf die gleiche Weise an die Ärmel.

Schließe wieder die Nähte und versäubere sie.

Schlage nun die Ärmelsäume bei ca. 0,75 cm zwei mal nach innen ein und fixiere sie mit Stecknadeln.

Steppe die Ärmelsäume auf beiden Seiten ab.

Falte dein Teil nun längs der Ärmelmitte, so dass VT und RT rechts auf rechts aufeinander liegen. Stecke die Seitennähte und die Nähte an der Unterseite der Ärmel zusammen.

Schließe sie und versäubere sie anschließend.

Schneide nun mit dem Schnittteil „Schrägbandhilfe“ einen ca. 1 meter langen Streifen aus Jersey zu.

Natürlich kannst du alternativ auch ein fertiges elastisches Schrägband verwenden.

Stecke das Schrägband zunächst mit der rechten Seite nach unten auf der linken Seite der Wickeljacke fest, dabei sollte die Kante des Schrägbands genau mit der Saumkante der Wickeljacke abschließen. (Wenn du fertiges, elastisches Schrägband verwendest, kannst du es ganz einfach um die Stoffkante legen und feststeppen.)

Steppe das Schrägband nun sehr knapp entlang der Stoffkante fest.

Schlage das Schrägband nun um die Saumkante der Wickeljacke herum nach innen ein und stecke es wieder fest. 

Es ist wichtig, sehr sorgfältig zu stecken, damit die Kante beim Nähen nicht wieder herausrutscht.

Dabei sollten Nadeln auch auf der linken Seite immer gleichmäßig entlang des Schrägbands verlaufen.

Steppe das Schrägband nun fest.

Auf die gleiche Weise fasst du nun die andere offene Kante mit Schrägband ein.

Die Wickeljacke ist nun fertig...

...und passt (:

Viel Freude beim Nachnähen & bis bald,

Joanna

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Wie man einen Magnetschnuller selbst herstellt

Schon seit den Anfängen meiner Puppenmacherei experimentiere ich mit Schnullern.

Das Prinzip eines Magnetschnullers hatte ich bei Rebornpuppen gesehen und auf irgendeinem Blog gelesen, dass man super starke Magneten braucht. Ich bestellte also Magnetplättchen bei Ebay und begann, sie in die Puppenköpfe einzuarbeiten, indem ich sie unter die oberste Wollschicht der Kopfkugel schob.

Für die Schnuller nahm ich Babyschnuller aus der Drogerie, schnitt den Sauger ab und klebte stattdessen einen Magneten mit Heißkleber drauf. Diese Methode eignet sich jedoch ausschließlich für Sammlerpuppen. Kinder können den Magneten leicht abbeißen, falls er sich nicht durchs Spielen von selber löst. Heißkleber klebt nämlich nicht besonders fest bei einer so glatten Oberfläche wie sie ein Magnet hat. 

Wenn Magneten verschluckt werden, kann das zu großen Verdauungsstörungen führen - ein auf diese Weise hergestellter Magnetschnuller ist ist also kein zulässiges Spielzeug.

Da ich aber Spielpuppen herstelle und meine Kunden sie auch ausschließlich als Spielpuppen kaufen, musste ein absolut unbedenklicher Magnetschnuller her, der auch von Kleinkindern mal in den Mund genommen werden kann.

 

Auch so einen Schnuller kann man ganz leicht selber machen - und das geht so:

 

 

 Du benötigst:

• Einen normalen Babyschnuller aus dem Handel Größe 0

• ein Neodym-Magnetplättchen in der Größe 8x1 mm oder 8x2 mm (und ein zweites

  Plättchen, um es in den Puppenkopf einzusetzen)

• Lösemittelfreien Bastelkleber

• Einen Zentrier-Bohrkopf Gr. 10

• Ein Cuttermesser (nicht auf den Fotos)

 

 

Zentrier-Bohrköpfe haben einen Stachel in der Mitte, der verhindert, dass man beim Bohren verrutscht. Es ist auch möglich einen normalen Bohrkopf zu verwenden, aber deutlich schwieriger.

Entferne zunächst den Silikonsauger, in dem du ihn vom Plastikstück wegziehst und ganz nah am Rand abschneidest.

Es sollte kein Silikon mehr aus dem Plastikstück hervorschauen.

Bohre nun mit einer Bohrmaschine und dem Zentrier-Bohrkopf eine Nut in den Schnuller.

Am einfachsten geht das, wenn du den Schnuller auf den Boden legst, ihn mit einer Hand festhältst und mit der anderen senkrecht von oben den Bohrer bedienst.

In einem Schraubstock bekommt der Schnuller Kratzer, und wenn man den Schraubstoff mit Stoff polstert, rutscht der Schnuller beim Bohren weg. Von daher ist die oben beschriebene Methode erfahrungsgemäß die effektivste.

Die Nut sollte so tief sein, dass der Magnet gut reinpasst. Eventuelle Plastikspäne am Rand der Nut kannst du mit dem Cuttermesser abscheiden.

Gib nun einen Tropfen Bastelkleber in die Nut.

Setze den Magneten dann vorsichtig darauf und drücke ihn leicht in die Nut hinein. Achtung: Überprüfe vorher umbedingt, welche Seite des Magneten von dem Magneten in deinem Puppenkopf angezogen und welche abgestoßen wird, und achte dann darauf, den Magneten mit der positiven Seite nach oben in die Nut zu legen.

Gib nun einen weiteren Tropfen oben auf den Magneten, so dass die Nut und die Rille, wo der Silikonsauger drin saß, komplett verdeckt sind.

Lass den Schnuller nun mindestens zwei Tage trocknen. Wenn es schneller gehen muss, kannst du ihn auch auf die Heizung legen, dann braucht er einen Tag. Achte dabei darauf, dass er gerade liegt, damit die Klebe nicht verläuft.

Der Kleber trocknet transparent aus und bildet eine ebene Fläche mit der Oberfläche des Schnullers. Der Magnet sitzt bombenfest und der Schnuller kann von kleinen Kindern sogar in den Mund genommen werden, da der Kleber ungiftig ist.

 

Viel Spaß beim Nachmachen & alles Liebe,

Joanna

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Der schönste Bauchnabel

Ein besonders niedliches und beliebtes Details meiner Babypuppen ist der Bauchnabel. Bei keiner Puppenbestellung, die ich entgegen nehme, darf er fehlen. Auch bei den älteren Puppen wird er meist gewünscht. Bisher habe ich den Nabel bei älteren Puppen immer genauso gearbeitet wie bei den Babypuppen - einen kleinen Knubbel, der entsteht, wenn man in einem sternförmigen Stich einen kleinen Kreis näht und den Faden dann zusammenzieht.

 

Diese Art Bauchnabel gleicht dem eines Säuglings, bei dem gerade erst die Nabelschnur abgefallen ist. 

Für eine ältere Puppe ist er jedoch nicht passend, da der Knubbel  ja natürlicher Weise nach ein paar Wochen nach innen wandert und der Bauchnabel dann auch nach innen gerichtet ist..

Oft sieht man bei Waldorfpuppen daher einen Bauchnabel, bei dem ein Stich durch den Rumpf bis zur Pofalte gesetzt und festgezogen wird. Dadurch ist der Bauchnabel zwar nach innen gewölbt, aber auch der süße runde Bauch ist dahin, denn durch diese Technik wird der gesamte Oberkörper eingedellt, wie bei den drei Grazien auf diesem Bild (Quelle Pinterest).

Für einen schönen, nach innen gewölbten Bauchnabel auf einem schön nach außen gewölbten Bauch habe ich die Knubbel-Methode nun umgekrempelt - und das geht so:

Setze zunächst eine Stecknadel an die Stelle für den Bauchnabel.

Mit einer sehr feinen Nadel und farblich zum Trikot passendem Garn (am besten Nylbond von Coats) beginnst du nun oberhalb des Stecknadelkopfes...

...und setz einen Kreis aus kleinstmöglichen Stichen um die Nadel herum.

Nun ziehst du den Kreis anhand der beiden Fadenenden zusammen, so dass in der Mitte ein Knubbel entsteht.

Drücke den Knubbel dann mit Hilfe eines Stecknadelkopfes in den Rumpf hinein, verknote den Faden mehrmals fest und zieh die Fadenenden und den Knoten dann mit einer Puppennadel in den Rumpf, so dass man sie von außen nicht mehr sieht.

Fertig ist der schönste Bauchnabel (:

Viel Freude beim Ausprobieren und bis bald,

Joanna

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Urlaubssträhnen

Diese Woche habe ich anhand eines YouTube-Tutorials gelernt, wie man eine "Urlaubssträhne" oder einen "hair wrap" macht - das sind diese mit bunten Fäden umwickelten Haarsträhnen, die man sich für 3 oder 4 Euro auf Straßenfesten machen lassen kann. 

Als Kind habe ich diese Strähnen geliebt und nun - hach - teilt meine Tochter diese Begeisterung.  

Und da ich ja äußerst detailverliebt bin, was die Puppenmacherei angeht, habe ich den beiden Puppen Milou und Eliot kurz vor ihrer Abreise zu ihren neuen Puppenmamas auch noch schnell zwei Urlaubssträhnen verpasst.

Ich weiß, die Strähnen sind ein alter Hut, aber sie wecken einfach Kindheitserinnerungen bei mir und kommen scheinbar bei 4-8jährigen einfach nicht aus der Mode.

Wer also Lust hat, Kind und Puppe damit zu erfreuen, findet in diesem Video eine gute Anleitung:

Kleiner Tipp: Das Verknoten vor jedem Farbwechsel würde ich weglassen, die Strähnen halten auch ohne sehr gut und das Verknoten führt zu einem unregelmäßigeren Ergebnis.

Ansonsten ist es wirklich ganz einfach und hält bei Menschen einige Wochen, bei Puppen wahrscheinlich noch viel länger.

Viel Spaß beim Wickeln!

 

Bis bald,

Joanna

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Tutorial: Häkeln einer Tressenperücke

Wie schon in meinem Post über die Puppe Louise angekündigt, zeige ich euch heute wie man eine Tressenperücke häkelt.

Bisher habe ich immer ein Käppchen aus Puppentrikot genäht und die Mohairtressen spiralförmig darauf festgesteppt. 

Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie zeitsparend ist. Aber selbst wenn man die Tressen sehr eng festnäht, so sieht man doch zwischendurch den Trikot, wenn man die Haare anhebt. 

Die Häkelmethode braucht etwas mehr Zeit, aber das Ergebnis wird dafür sehr natürlich.

Dieses Tutorial richtet sich an alle, die schon etwas Häkelerfahrung haben, d.h. ich erkläre die Technik, aber nicht, wie man zbsp. eine Luftmasche häkelt.

Wenn ihr grundsätzlich eine Einführung in das Häkeln von Puppenperücken benötigt, könnt ihr euch mein YouTube-Tutorial zum Häkeln von Flauschperücken anschauen.

 

Du benötigst:

 

• Mohairtressen (gibt's bei etsy - für eine 40cm Puppe brauchst du ca. 4m) 

• gleichfarbiges Mohairgarn (ca. 30 g)

• eine feine Häkelnadel (Gr. 2 oder kleiner) - keine Sorge, durch das Einhäkeln der Tresse

  werden die Maschen viel größer als normalerweise, wenn man mit einer so feinen

  Nadel häkelt. Das Häkeln dauert also nicht ewig - mit zwei, drei Stunden musst du 

  allerdings schon rechnen.

Starte mit einer einfachen Luftmasche.

Nimm nun deine Tresse und stich unterhalb der Tressennaht ein, ca. 1 cm vom Ende entfernt. 

Nun häkelst du die erste feste Masche: Hol den Faden, zieh ihn durch die Tresse zurück, so dass du zwei Schlaufen auf der Nadel hast, hol den Faden noch einmal und zieh ihn durch beide Schlaufen durch. Die Tresse ist nun in die Masche eingehäkelt.

Nun häkelst du in festen Maschen weiter. Bei jeder Masche stichst du zuerst durch die Tresse, holst dann den Faden und ziehst ihn durch die Tresse zurück, bevor du ihn erneut holst und die Masche abschließt. 

So fassen die Maschen die Tressennaht Stück für Stück ein.

Häkle so lange weiter, bis dein Häkelstück lang genug ist, um den Puppenkopf zu umschließen. Es sollt schön eng sitzen, also sich nur gerade eben zusammenführen lassen.

Verbinde nun mit einer Kettmasche den Anfang mit dem Ende...

...so dass ein Ring entsteht.

Beginne nun mit der zweiten Reihe fester Maschen, indem du in jede Masche der ersten Reihe eine Masche einhäkelst und dabei die Tressennaht weiterhin mit einfasst.

Nach den ersten drei oder vier Reihen mach eine Anprobe. Ab jetzt musst du ca. alle 5 Maschen eine Masche abnehmen.

Dazu stichst du nicht in die nächste, sondern erst in die übernächste Masche ein. So überspringst du eine Masche und verringerst die Maschenzahl in der Runde. 

Mach am besten alle zwei Runden eine Anprobe, und passe die Perücke möglichst eng an den Kopf an. Je näher du zum Scheitelpunkt kommst, desto häufiger musst du Maschen abnehmen. In den letzten Runden nimmst du jede zweite Masche ab, d.h. du reduzierst die Maschen jede Runde um die Hälfte, bis du bei Null und damit beim Scheitelpunkt angekommen bist.

Zum Schluss zieh das überstehende Ende der Tresse mit einer Puppennadel ins Innere der Perücke.

Fertig. Nun nähst du die Perücke wie gewohnt rundherum mit reißfestem Garn am Puppenkopf fest.

Wenn ihr Fragen zu dieser Technik habt, schreibt mir gern einen Kommentar. 

 

Bis bald,

Joanna

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Piepmatz-Tutorial oder wie man einen Puppen-Jungen macht

Kinder können manche Dinge sehr genau nehmen. Eine Kundin erzählte mir, dass ihr Sohn seine neu genähte Jungspuppe als allererstes auszog. Nachdem er sie aus dem blau-weiß bedruckten Strampler und der hellblauen Stoffwindel geschält hatte, verkündete er empört:

"Mama, das ist gar kein Junge!"

 

Ich wurde schon oft gefragt, ob ich auch eine Anleitung für Jungspuppen verkaufe.

Darum habe ich nun mein kleines "Piepmatz"-Schnittmuster digitalisiert und zeige euch in diesem Tutorial, wie ihr ganz einfach einen echten kleinen Jungen machen könnt.

 

Und so geht es: 

 

Du benötigst:

• ein kleines Stück des Trikots, dass du für deine Puppe verwendet hast

• etwas Stopfwolle

• einen farblich passendes Garn - am Besten Nylbond von Coats

 

Lade dir hier die Schnittmuster herunter und drucke sie aus.

Auf dem Schnittmusterbogen befindet sich ein Kontrollkästchen, dass auf dem ausgedruckten Blatt genau 2x2cm groß sein sollte.

 

Die Schnittmuster sind in drei Größen verfügbar. Die kleinste Größe, Gr.1, passt zu Baby Carly in 35cm und Puppe Juno in 40cm. Gr. 2 ist passend für Carly in 40cm und Juno in 45cm, Gr.3 für Carly in 45cm und Juno in 50cm.

 

Achtung: Im Schnitt ist noch keine Nahtzugabe enthalten. Bitte füge daher beim Ausschneiden rundherum 0,3cm Nahtzugabe hinzu.

Schneide alle drei Teile aus.

 

Lege dann Schnittteil I. und II. links auf links zusammen und nähe rundherum von Markierung zu Markierung (rote Striche auf dem Schnitt).

Lege dann Schnittteil III. auf Schnittteil I. und nähe den unteren Teil wieder von Markierung zu Markierung zusammen. Die offenen Kanten der Schnittteile II. und III. werden dabei auseinander geklappt...

...und die Nähte treffen sich an den Enden, so dass auf Schnittteil I. ein durchgehendes Nahtbild zu sehen ist.

Wende das Teil nun auf rechts...

...und fülle es mit Stopfwolle. Es muss nicht fest gestopft werden, wenn es locker gefüllt ist, reicht das aus.

Schlage dann die Nahtzugabe nach innen ein.

Fixiere das Teil nun mit zwei Stecknadeln am Puppenrumpf. Dabei sitzt die Falte unter dem Piepmatz genau auf der unteren Rumpfnaht. Eine Stecknadel fixiert den Piepmatz oben in der Mitte,...

...die zweite den 'Hoden' am Ende der Po-Naht.

Nähe dein Teil nun im Matratzenstich rundherum am Puppenrumpf fest. Die Stiche sollten maximal 2mm lang und schön gleichmäßig sein. Verknote den Faden anschließend gut und zieh das Fadenende mit Hilfe einer Puppennadel in den Körper, so dass Fadenende und Knoten unsichtbar werden.

Fertig!

Ich freue mich über Kommentare mit einer Rückmeldung, wie gut ihr mit der Anleitung zurecht gekommen seid.

 

Danke, liebe Grüße & bis bald,

Joanna

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Puppenstrümpfe Tutorial

Jahrelang habe ich für meine Puppen Erstlings-Strümpfe gekauft, also die kleinste Größe  an Babystrümpfen.

Ich kann zwar stricken - meine Oma Ursula hat es mir bereits als Kind beigebracht - aber obwohl ich wirklich gern stricke, kann ich selbstgestrickte Wollsocken nicht ausstehen. 

Ich finde sie unangenehm am Fuß, sie passen sich nicht elastisch an die Fußform an, beulen aus und bekommen fusseliges Peeling.

Aus diesem Grund mag ich auch meinen Puppen keine Wollsocken anziehen. 

Erstlings-Strümpfe sind aber teuer und oft nicht in der gewünschten Farbe zu bekommen...daher waren Puppenstrümpfe ein ständiges Problem für mich.

Bis mir plötzlich spontan die Idee kam, ein Reststück Bündchenware mit der Overlock abzunähen. Fertig war der schnellste und einfachste Puppenstrumpf der Welt.

Zwar hat er eine Naht an der Ferse, was normale Strümpfe natürlich nicht haben, aber das stört mich kein bisschen.

Und so einfach geht's: 

Miss mit einem Maßband den Knöchelumfang deiner Puppe und zieh dann 0,5cm von diesem Wert ab. Bei einem Umfang von zBsp. 10.5 cm habe landest du nun also bei 10cm.

Nun miss die Länge von der Wadenmitte (bzw. der Höhe, wo deine Strümpfe enden sollen, für  Overnees zbsp. kurz überhalb des Knies) bis zur Fußspitze und füge dem gemessenen Wert 3cm hinzu. Bei einer Länge von beispielsweise 9cm kommst du nun also auf 12cm.

Schneide nun zwei Rechtecke aus Bündchenware zu: Der zuerst errechnete Wert gibt die Breite vor, der zweite die Länge. Für unser Beispiel sind die Rechtecke also 10cm breit und 12cm lang.

Lege die Rechtecke dann im Bruch, also einmal der Länge nach gefaltet vor dich hin.

Nun steppst du die offene Kante mit der Overlockmaschine ab, wobei du die untere Kante abgerundet abschneidest und so dein Rechteck nach unten hin verschließt.

Zieh nun die Enden der Overlockfäden mit einer Nadel durch die Naht zurück, so dass sie verschwinden und nicht mehr aufribbeln können.

Schlage den offenen Saum deiner Söckchen nun zweimal nach außen um und fixiere ihn entlang der Naht mit ein paar Stichen.

Fertig!

 

Viel Spaß beim Nachnähen und bis bald,

 

Joanna

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Tutorial für eine Puppenwindel

Nachdem ich letzte Woche ein Tutorial für ein Puppenschlupfkleid gepostet habe, gibt's diese Woche nun als Ergänzung eine Puppenwindel dazu.

Eine Windel darf in keiner Erstausstattung einer Babypuppe fehlen. Viele Kinder lieben es, ihre Puppe zu wickeln, da sie dies im Alltag entweder selbst, durch jüngere Geschwister oder jüngere Kinder im Kindergarten meist täglich erleben. In diesem Tutorial zeige ich euch, wie ihr ganz schnell eine Puppenwindel nähen könnt - oder gleich zwei oder drei.

Die Schnittmuster kannst du dir hier in drei Größen (für 35cm, 40cm,  und 45cm große Puppen) herunterladen. Auf jedem Blatt findest du ein Kontrollkästchen, das genau 2cm x 2cm haben sollte, dann hast du den Schnitt in der richtigen Größe ausgedruckt.

Der Schnitt ist der yayapan Babypuppe angepasst, wenn du die Windel für eine andere Puppe nähen möchtest, kannst du hier die Maße abgleichen, wobei du für diesen Schnitt nur den Bauchumfang beachten musst.

Du benötigst folgendes Material:

 

• Baumwollstoff in 45 cm x 20 cm für Puppengröße 35 cm

                                  50 cm x 25 cm für Puppengröße 40 cm

                                  55 cm x 30 cm für Puppengröße 45 cm

• ein Stück Klettband (ca. 4 cm x 4 cm)

• Nähgarn in passender Farbe

Nähanleitung

Schneide den Stoff zu. Vorder- und Rückseite sind identisch. Ich nehme immer gern einen Kontraststoff für die Innenseite.

Nähe dann beide Teile links auf links zusammen. Lass dabei oben mittig ein ca. 4cm großes Stück der Naht offen.

Schneide nun die Nahtzugabe entlang der Einbuchtungen des Schritts etwas zurück, damit der Stoff dort später keine Falten wirft.

Wende das Teil auf rechts, bügle die Kanten sorgfältig aus und steppe es anschließend rund herum knappkantig ab, dabei schließt du die Öffnung, die du vorher in der Naht gelassen hattest.

Schneide dann aus Klettband zwei kleine, abgerundete Vierecke zu.

Steppe die Klettverschlüsse im Zickzack-Stich an den auf dem Schnitt markierten Stellen fest. Achte dabei darauf, dass es am Vorderteil der Windel auf den Oberstoff genäht wir, am Rückteil jedoch auf den Futterstoff, also die Innenseite.

Die Windel ist nun fertig!

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Tutorial für ein Puppen-Schlupfkleid

Das erste Puppenkleid, was ich je genäht habe, war ein Schlupfkleid.

Ich hatte diese Art Kleid davor schon für meine Tochter genäht und den Schnitt dann einfach auf Puppengröße geschrumpft.

Es ist nicht nur kinderleicht und blitzschnell genäht, sondern lässt sich auch ganz einfach an- und ausziehen. So ist es besonders für junge Puppenmamas (oder -papas) unter drei Jahren gut geeignet.

Die Schnittmuster kannst du dir hier in drei Größen herunterladen. Auf jedem Blatt findest du ein Kontrollkästchen, das genau 2cm x 2cm haben sollte, dann hast du den Schnitt in der richtigen Größe ausgedruckt.

Der Schnitt ist auf die yayapan-Puppen zugeschnitten, wenn du es für eine andere Puppe nähen möchtest, kannst du hier die Maße abgleichen.

 

Du benötigst folgendes Material:

• Baumwollstoff in 40 cm x 40cm  für Puppengröße 35cm (Babypuppe)/40cm (ältere Puppe)

                                  50 cm x 50cm für Puppengröße 40cm (Babypuppe)/45cm (ältere Puppe)

                                  60 cm x 60cm für Puppengröße 45cm (Babypuppe)/50cm (ältere Puppe)

• ein ca. 30cm langes Stück Elastikband für den Tunnelzug

• Nähgarn in der passenden Farbe

 

Nähanleitung

Schneide den Stoff zu. Rückteil RT und Vorderteil VT sind identisch. Beachte den Fadenlauf, d.h. der rote Strich auf dem Schnitt sollte immer parallel zum Kettefaden liegen (vertikal).

Nähe nun die Ärmel entlang der Raglannähte an das VT.

Nähe dann die Ärmel auf die gleiche Weise an das RT.

Versäubere die Nahtkanten mit der Overlockmaschine oder dem Zickzack-Stich deiner Nähmaschine.

Schlage nun die Ärmelsäume zweimal nach innen ein und fixiere sie mit Stecknadeln.

Steppe die Ärmelsäume dann ab.

Falte dein Teil nun einmal entlang der Ärmelbruchkanten, so dass VT und RT rechts auf rechts liegen und fixiere die Seiten mit Stecknadeln.

Schließe nun die Seitennähte und versäubere sie.

Wende dein Teil nun auf rechts. Schlage den Saum zweimal nach innen ein und fixiere ihn mit Stecknadeln.

Steppe den Saum ab.

Schlage nun auch den Halssaum zweimal nach innen ein und fixiere wieder mit Stecknadeln.

Steppe den Halssaum ab. Lass dabei ein kleines Stück Naht offen, damit du dort das Gummi für den Tunnelzug einziehen kannst.

Zieh nun mit Hilfe einer Durchziehnadel oder einer kleinen Sicherheitsnadel das elastische Band durch den Tunnelzug.

Um die richtige Weite für den Tunnelzug zu ermitteln, mach am Besten eine Anprobe. Dann verknote das Gummiband und schließe anschließend das offene Nahtstück.

Fertig!

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